Am letzten September-Wochenende fand die "Picktä Rälli" des Mini Club Luzern statt. Eine Delegation des MCB durfte natürlich nicht fehlen und auch gleich einen Bericht für die MCL-News schreiben. Für den MCB gibts nachfolgend den exklusiven Vorabdruck!
Samstag, 25. September, irgendwo im gefühlten Nirgendwo. Regen. Einfach nur Regen. Regen, Regen, Regen. Regen…wir uns darüber nicht auf, sondern versuchen die Schönheiten der Gegend zu entdecken.
Eine positive Grundstimmung zu finden ist nicht ganz einfach. Genauso wenig wie die Scheiben frei von Beschlag zu halten. Wäre das Zählen der Regengüsse an diesem Tag eine der Aufgaben der Rälli gewesen, alle hätten den Punkt geholt. Denn die Antwort war einfach: Exakt 1 Regenguss gab es an diesem Tag.
Aber
vielleicht war das ja gewollt? Eine zusätzliche Herausforderung für Mann, Frau
und Maschine? Vielleicht auch als Hilfe gedacht? Volle Konzentration auf
Strasse, Roadbook und Aufgabenblatt? Beschäftigt waren wir jedenfalls. Der
Fahrer (rechts im 850er) und „das Büro“ (gemäss eigener Beschreibung) links
daneben. Immerhin lastete ja ein gewisser Erfolgsdruck auf uns. Nachdem wir
letztes Jahr bei der „kleinen“ Rallye des MCL den ersten Platz abgeräumt haben,
wollten wir natürlich alles geben.
Aber der Reihe nach: Nach einführenden Worten am Treffpunkt im Hotel Postillion Buochs gabs zunächst die Technische Prüfung. Dabei erfuhren wir, dass es selbst im kleinsten Auto Platz für ein Reserverad gibt. Zugegeben, ganz unbekannt war mir der Umstand nicht. Sehr unbekannt hingegen dessen Zustand. 0,8 bar Druck wurden gemessen und damit war schon der erste Tolgge im Reinheft. Fängt ja gut an.
Ab auf die Strecke und gleich das erste Abtauchen in Sackgassen, Hofeinfahrten und in Feldwegen endenden Strässchen. Aber irgendwie haben wir das Labyrinth dann doch geknackt und sind am ersten Ziel zum Mittagessen eingetroffen. Den Namen des Lokals haben wir aufgrund bescheidener kulinarischer Eindrücke verdrängt. Runtergeschluckt und weiter geht’s.
Peter Maffay sang mal von den sieben Brücken über die man gehen muss. Wir waren froh, waren es nur zwei und der Bach doch grad noch unter dem Betonsteg. Danach gefühlte 1000 Kurven, 1 Million Liter Wasser die auf den Mini prasselten, 48 Fotos die es auf die 1 Frage „welches Bild passt hier?“ zur Auswahl gab. Angesichts des Regens wurden unnötige Expeditionen in Flora & Fauna gespart und so manche Frage frei nach McDonald’s gelöst: „Drive-In“.
Weder der Regen, noch das Fahren hart an der Schneefallgrenze und auch keine Strassenblockade einer sturen Kuh konnten uns vom grossen Ziel abhalten. So gerne sind wir noch selten aus dem Mini gestiegen, haben uns entfaltet, die durchgeschüttelten Glieder sortiert und den Abend bei einem feinen Gschnätzlete mit Röööschti und Schoggigreme verbracht. Da erinnern wir uns auch gerne dass wir diesen Abend und die Nacht im Berghotel Langis auf dem Glaubenberg verbracht haben!
Was am Abend befürchtet wurde, trat am Sonntagmorgen mit kalter Gewissheit ein: Grimsel und Susten gesperrt, Rälli endet in Folge höherer Gewalt vorzeitig. Aber chapeau – die Leitung zauberte ein Ersatzprogramm. So gings nach einem schönen Frühstück flott weiter mit unbekanntem Ziel. Irgendwann unterwegs vermissten wir dann etwas: Regen! Regen war gestern!
So spazierten wir fast trockenen Hauptes durch die beeindruckende Aareschlucht, der Schreiber schloss Freundschaft mit dem örtlichen Eseli (die Abdrücke des Liebesbisses waren noch lange zu sehen) und fuhren schliesslich beim Hotel Hof & Post in Innertkirchen vor (jaja, kein Zufall dass auch dieses Haus namentlich erwähnt wird!). Ein feines Zmittag sowie die Rangverkündigung beschlossen die Picktä Rälli 2010. Mit nach Hause nehmen wir: Die Erinnerung an ein sehr feuchtes, aber noch viel mehr fröhliches Wochenende, ein neues Geräusch aus dem vorderen Bereich des Mini, den vierten Schlussrang (Wobei die Tatsache, die zweite Sektion als Beste abgeschlossen zu haben, die Freude darüber noch etwas überwog) und den Auftrag einen Bericht zu schreiben. Wir lassen gerne da: Ein dickes Dankeschön an die Rallyeleitung und das Versprechen, Euch nächstes Jahr durch den Hotzenwald zu jagen. (Schreiber setzt an dieser Stelle fieses J.R. Ewing-Grinsen auf).
André & Kevser & 850er





